8. Juni 2013, von Christian Walter, Swiss Made Software

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Mobile zieht mächtig an. Getrieben vom Trend verschwinden viele Unternehmen dann im App-Dschungel Marke Eigenbau. Terria Mobile will Ordnung in den Wildwuchs bringen.

Neue Technologien bergen nicht selten alte Probleme. Gut für jene, die das früh erkennen und mit einer passenden Lösung parat stehen – so wie Terria Mobile. Schon vor einigen Jahren sahen die Gründer um CEO Robin Wirz die Herausforderungen, die aus dem Trend zu Mobile und komplexen App-Landschaften entstehen würden. Mit Launchbase entstand so eine Lösung zur Verwaltung, Steuerung und Auswertung mobiler Applikationen.
«Zwischen den ersten Websites und den Apps heute gibt es Parallelen», so Wirz, der früher beim CMS-Spezialisten Day tätig war. «In den 90ern baute jede Abteilung eine eigene Webseite und statisches HTML war das höchste der Gefühle. War die Site online, meinte man, mit dem Web fertig zu sein. An ‹wie weiter› dachte keiner. Genauso ist es jetzt bei den Apps», erklärt Wirz, der damit verbunden zwei weitere Tendenzen sieht: einen Mangel an zentraler Koordination sowie das Fehlen einer weiterführenden Strategie.

Evolution des App-Managements

Content Management Systeme (CMS) entstanden damals, um diese Problematik bei Webseiten zu lösen. Mit Launchbase wollen die Basler das Gleiche jetzt für Apps tun. Die Software erlaubt die zentrale Verwaltung ganzer App-Landschaften über alle Versionen und bis hinab zu jedem einzelnen Gerät und Benutzer. Das beinhaltet auch die Nutzungsanalyse sowie eine präzise Steuerung der Zugriffsberechtigung, zum Beispiel via Passwort. So kann die gleiche App von verschiedenen Abteilungen genutzt werden, ohne dass jeweils der volle Funktionsumfang zur Verfügung steht. Diese Funktionalität erlaubt auch die sichere Verteilung firmeninterner Apps über die öffentlichen App Stores. Externen Downloadern stehen ohne Berechtigung nur beschränkt Funktionalitäten zur Verfügung.

Launchbase wird seit 2010 entwickelt und ist seit 2011 auf dem Markt. Um Kunden- und Praxisnähe zu garantieren, entwickelt Terria Mobile parallel eigene Apps im Kundengeschäft. So kann das Know-how aus dem Projektgeschäft kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Software fliessen. Ein typisches Beispiel aus Grossunternehmen sind Apps für Verkäufer. Nutzen alle die neueste Version? Wird bei allen die aktuelle Preisliste gezeigt? Welche Inhalte stehen welcher Abteilung zur Verfügung? Wie viele Apps sind im Unternehmen im Einsatz und wie werden sie genutzt? Genau diese Probleme löst Launchbase. Über das Userinterface sieht man sogar, wann jemand zuletzt online war und ob ein Update abgelehnt wurde. Diesen Mitarbeitern kann man dann eine freundliche Aufforderung zum Update schicken oder das Ganze gegebenenfalls auch forcieren. Praktischerweise lassen sich diese Funktionalitäten auch in bereits existierende Apps einbauen. Man muss also nicht immer bei Null anfangen.

Überblick haben

Launchbase ist aber nicht nur eine Software für Grosskunden, die viele Apps und Nutzer verwalten müssen. «Wir entwickeln Apps für Organisationen aller Grössen, denn der Einsatz der Software zahlt sich schnell aus», so Wirz. Unabhängig der Kundengrösse erfolgt die Steuerung meist über die Cloud. Terria Mobile kommt dabei entgegen, dass alle Apps gewisse Gemeinsamkeiten haben. Daten müssen abgerufen, verwaltet und sicher synchronisiert werden. Diese Grundfunktionalitäten könnte man auch als mobile Infrastruktur bezeichnen, die von Launchbase für alle Kunden zur Verfügung gestellt wird. So sinken die Entwicklungskosten für neue Apps. Deren individuelle Besonderheiten können einfach um besagte Grundfunktionalitäten herum strukturiert werden. Die Software sitzt dabei zwischen CMS, Datenbanken und anderen Quellen und verteilt Apps auf gängige Plattformen wie iOS, Android, Windows Phone 8 und Blackberry. Das erleichtert die Entwicklung und Verwaltung und erlaubt es, mobile Anwendungen nahtlos ins Unternehmen zu integrieren.

Mittlerweile hat das Start-up zehn Mitarbeiter sowie grosse Kunden im In- und Ausland. Darunter sind bekannte Namen wie KPMG, Credit Suisse, Mettler-Toledo und UPC Cablecom. Anerkennung findet Terria Mobile zudem auch auf anderen Ebenen. 2012 gehörte das Unternehmen zu den Finalisten beim Red Herring Top 100 Europe und beim Swiss ICT Award. Und 2013 geht es nun mit den Venture Leaders, der Schweizer Startup-Nationalmannschaft, nach Boston.

Originalartikel: www.itmagazine.ch

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