by Robin Wirz (Gastautor), Handelszeitung, 8. Nov. 2012

Business-Apps: Je raffinierter die Apps werden und je tiefer sie in den bestehenden Systemen eingebunden sind, desto anspruchsvoller ist ihr Management.

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Mobile Applikationen durchliefen in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung. War die erste Generation noch geprägt von kleinen Spielen und praktischen Helferlein, sind schon heute viele Apps zentrale Werkzeuge für Unternehmen. Insbesondere die Lancierung der Tablets hat dazu geführt, dass Unternehmen das strategische Potenzial mobiler Anwendungen erkannt haben. Sie entwickeln nun umfangreiche und leistungsstarke Apps, die ganze Geschäftszweige „mobilisieren“. Dazu gehören auch immer mehr innerbetriebliche Apps etwa für Verkaufs- oder Serviceteams, zur Prozessoptimierung oder als mobiles Intranet. Die Applikationen kommen somit näher ans Kerngeschäft, werden immer tiefer in die IT-Landschaft integriert und beinhalten vermehrt sensible, unternehmenskritische Daten. Damit erhöhen sich nicht nur die Anforderungen an die Sicherheit, auch strategische IT-Themen wie Verfügbarkeit und Kontrolle spielen eine zentrale Rolle. Unternehmen sehen sich mit einer rasant wachsenden Anzahl mobiler Applikationen konfrontiert, deren zunehmende Komplexität auch ihre Entwicklung und Verwaltung erschwert. Um diese Herausforderungen zu meistern, sind neue Ansätze und Werkzeuge gefragt, die den mobil-spezifischen Gegebenheiten Rechnung tragen.

Effizienz steigt

Die neuen Möglichkeiten haben einen positiven Effekt auf die Effizienz und den Geschäftserfolg. Erste Studien zeigen, dass mit ihnen sowohl Produktivität wie auch Verkaufserfolg markant gesteigert werden können. Mitarbeitende haben immer und überall Zugriff auf aktuelle Unternehmensdaten, Prozesse können vereinfacht und verbessert werden, das eigene Angebot lässt sich attraktiv ergänzen und neue Chancen in Marketing und Kundenbindung eröffnen sich.

Die neuen Möglichkeiten bergen aber auch neue Herausforderungen für Unternehmen. Nicht nur, dass die vertiefte Einbindung in das Kerngeschäft und das Erwachsenwerden mobiler Anwendungen generell eine grössere Komplexität und höhere Ansprüche an die Sicherheit mit sich bringen, die mobile Welt hat auch ihre eigenen Tücken. Sie erschweren die Entwicklung und das Management der Applikationen.

Nur schon den Überblick und eine effiziente Kontrolle über alle Apps zu haben, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Auch muss für einen Verlust oder Diebstahl der kleinen und mobilen Geräte vorgekehrt werden, denn wer will schon seine wertvollen Unternehmensdaten in den falschen Händen sehen.

Herausforderung Management

Schwache oder fehlende Netzverbindungen erweisen sich als Stolperstein. Damit die Anwender immer und überall auf möglichst aktuelle Informationen zugreifen und die Apps auch offline nutzen können, müssen ausgeklügelte Synchronisationsmechanismen die Daten auf die Geräte kopieren. Dabei sind die Datenmengen aufgrund der oft limitierten Bandbreite möglichst klein zu halten. Die Zugriffskontrolle, normalerweise eine Passwortabfrage über einen Server, muss ebenfalls für eine fehlende Netzverbindung gerüstet sein. Zudem sollen Nutzungsüberwachung und Erfolgskontrolle, analog einer Website-Analyse, das Benutzerverhalten auch offline erfassen und später zur Konsolidierung an den Server übermitteln können.

Apps kontrolliert an die definierten Zielgruppen zu verteilen, ist mit all den verschiedenen App-Stores nicht einfach. Diese herstellerdominierten Vertriebskanäle haben alle ihre eigenen Prozesse und Richtlinien, die die Möglichkeiten in App-Verteilung und -Aktualisierung stark limitieren. Komplett unternehmensinterne Apps können zwar über eigene Firmen-App-Stores vertrieben werden. Doch erfordert dies eine entsprechende Infrastruktur und stösst an Grenzen, sobald die Mobilsoftware auch externen Nutzerkreisen wie z.B. Partnern, Kunden oder Communities zugänglich gemacht werden soll.

Herausforderungen mit bestehenden, nicht-mobilen Methoden zu lösen, erweist sich selten als guter Weg: Zu umständlich und aufwendig werden die Konstruktionen, was einerseits die Komplexität und die Kosten weiter erhöht, andererseits die Performance und das Nutzererlebnis beeinträchtigt.

Abhilfe schaffen App-Management-Systeme, die eine effiziente Entwicklung und Verwaltung mehrerer Apps über verschiedene Plattformen und App-Stores hinweg erlauben. Diese Systeme vereinfachen die Anwendungsentwicklung und bieten eine geeignete Infrastruktur, um Daten für die mobile Nutzung aufzubereiten und zu synchronisieren. Mobilanwendungen werden damit effizient an die verschiedenen Nutzergruppen verteilt, die Nutzung kontrolliert und analysiert. Dank dynamischer Aktualisierung und Versionskontrolle entschärfen sie Aufdatierungsprobleme. Zu guter Letzt können sie viele Sicherheitsthemen meistern und ermöglichen ganz neue App-Konzepte.

Da damit zu rechnen ist, dass die Vielfalt an Apps, Plattformen und Geräten, wie auch die Ansprüche und die Komplexität weiterhin zunehmen werden, tun Unternehmen gut daran, sich heute mit diesen Themen zu befassen und in entsprechende Systeme zu investieren, damit sie für die mobile Zukunft gerüstet sind.

Originalartikel:
www.handelszeitung.ch

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